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Methode und Quellen

Stand: 13. Oktober 2026

Diese Seite beschreibt, wie Treemulator Standort, Eignung der Baumarten, Pflanzenzahl und Schutz gegen Wild berechnet und woher die Daten stammen. Die Rechnung ist eine Entscheidungshilfe. Sie ersetzt keine Standortkartierung und keine Beratung durch den Forstdienst.

Jede Planung speichert ihre Grundlagen und den Rechenstand, das Datum der letzten Änderung an der Rechnung. Der Bericht nennt beides. Was sich wann geändert hat, steht unter Änderungen der Rechnung.

Daten

Für die Planung fragt die App Open-Meteo und OpenStreetMap ab. Dabei verlässt nur die Koordinate der Flächenmitte das Gerät. Jeden abgerufenen Wert kann man in der Planung überschreiben.

Welche Dienste welche Angaben erhalten, steht in der Datenschutzerklärung. Die Anbieter der Karten nennt das Impressum.

Standort

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung ist eine Stufe von 1 bis 5, von extrem trocken bis nass. Ausgangspunkt ist der Niederschlag von Mai bis September, gewichtet mit dem Wasserspeicher des Bodens. Diesen bestimmen Bodenart, Wurzeltiefe und Steingehalt. Davon geht der Verdunstungsanspruch ab. Er beträgt 150 mm bei einem wärmsten Monat von 18,5 °C und ändert sich um 9 mm je Grad. 130 mm Überschuss oder Mangel entsprechen einer Stufe.

Regen allein macht einen Boden nicht nass. Ohne Grund- oder Hangwasser bleibt die Stufe darum bei höchstens 3,6. Ein voller Südhang kostet knapp eine Stufe. Wer die Bodenfeuchte angibt, hält die Stufe in deren Bereich.

BodenfeuchteNutzbare Feldkapazität im SommerStufe
Extrem trockenunter 10 %1,0
Sehr trocken10 bis 20 %1,1 bis 1,8
Trocken20 bis 40 %1,9 bis 2,5
Frisch40 bis 80 %aus Klima und Boden
Feucht80 bis 100 %4,0 bis 4,3
Nassüber 100 %4,8 bis 5,0
Wechselfeuchtunter 40 bis über 100 %aus Klima und Boden, mit eigener Prüfung

Wasser um 2050

Dieselbe Rechnung läuft mit dem Klima um 2050, mit der Erwärmung und dem Niederschlag des Sommers aus den Modellen. Die Differenz zu heute wird von der heutigen Stufe abgezogen. Feuchte und nasse Böden hängen am Grund- oder Hangwasser und bleiben, wie sie sind. Fehlen die Werte der Modelle, rechnet die App mit 2 °C Erwärmung.

Nährstoffe und Kalk

Auch die Nährstoffversorgung ist eine Stufe von 1 bis 5. Jede Bodenart hat ihren Wert, Lehm etwa 4, Sand 1,5 und Hochmoor 1. Geringe Wurzeltiefe und viel Stein senken ihn. Ob der Boden Kalk enthält, folgt aus der Bodenart oder aus der Säureprobe.

Licht und Vorbestand

Die Planung unterscheidet offene Fläche, Halbschatten und Schatten unter Altbäumen. Der Vorbestand zeigt, ob frische Nadelholzstöcke den Großen Braunen Rüsselkäfer anziehen und ob eine frühere Wiese viele Mäuse beherbergt.

Vegetationszone und Wärmestufe

Aus der Koordinate bestimmt die App das Florengebiet, aus dem Klima die Vegetationszone, etwa den sommergrünen Laubmischwald oder die Taiga. Die Zone wird zweimal bestimmt, für heute und für 2050, und vorgeschlagen wird aus beiden. Die Wärmestufe folgt aus dem wärmsten Monat. Die Grenzen sind aus Klimawerten gerechnet und nicht kartiert. Die App deckt Eurasien ab.

Eignung der Baumarten

Die App kennt 342 Baum- und Straucharten. Für jede Art hält eine Tabelle ihre Ansprüche fest, darunter Trockenheits- und Nässetoleranz, Spätfrosthärte, Lichtbedarf, Temperaturbereich, Mindestniederschlag und Nährstoffbedarf. Dazu kommen das Verhalten auf Kalk und auf schweren Böden, die Bindung an Moor oder Aue, die Aussichten im Klimawandel, die Verbreitung und bekannte Risiken. Die Werte fassen zusammen, was die Merkblätter der forstlichen Versuchsanstalten WSL, FVA, LWF und BFW und die gängigen Baumartenempfehlungen übereinstimmend angeben. Wo sie auseinandergehen, gilt die vorsichtigere Einschätzung.

Jede Art beginnt mit 100 Punkten, und jeder Einwand kostet Punkte. Geprüft wird heute und im Klima um 2050, es zählt das Ungünstigere. Ab 70 Punkten gilt eine Art als gut geeignet, ab 45 als bedingt geeignet, darunter als ungeeignet.

EinwandAbzug in Punkten
Zu trocken, heute oder um 2050, oder zu nassmit dem Abstand zur Grenze, höchstens 80
Wechselfeuchter Boden12 bis 30
Boden zu armmit der Lücke zum Bedarf, höchstens 70
Kalk bei kalkmeidenden Arten35
Saurer Boden bei Arten basenreicher Böden15 bis 30
Schwerer, dichter Boden bei Arten, die ihn meiden20
Temperatur an der Grenze oder darüber hinaus, heute oder um 205012 oder 35
Jahresniederschlag knapp oder deutlich zu gering12 oder 30
Andere Vegetationszone30, oder 8, wenn die Fläche bis 2050 in die Zone der Art wächst
Nächstes natürliches Vorkommen weiter als 400, 1.200 oder 3.000 km entfernt8, 22 oder 35
Lichtbaumart unter Schirm, Schattbaumart auf der Freifläche30 oder 10
Auenbaumart ohne Grundwasser22
Keine Moorart auf nassem Torf30
Bekanntes Risiko, etwa Ulmensterben, Eschentriebsterben oder Invasivitätje Art
Verlierer im Klimawandelbis 12 oder 25, je wärmer die Fläche im Temperaturbereich der Art liegt

Dazu kommen kleine Abzüge ohne Einwand, höchstens 8 für die Temperatur, 6 für das Wasser und 9 für einen guten Boden, den eine genügsame Art nicht nutzt. Sie ordnen Arten, deren Optimum hier liegt, vor solche, die gerade noch zurechtkommen. Auf einer Fläche mit dichter Konkurrenz wie Brombeere bekommen Arten, die rasch Schatten geben, 18 Punkte dazu.

Sortiert wird nur nach Punkten. Das Pflanzziel wählt aus, welche Arten erscheinen, und gibt keine Punkte. Ein Wirtschaftswald zeigt zum Beispiel keine Kleinbäume. Arten, die nicht in der Gegend wachsen, erscheinen nur, wenn ihr nächstes Vorkommen höchstens 1.200 km entfernt ist und ihre Vegetationszone passt. Die übrigen erscheinen erst auf ausdrücklichen Wunsch.

Gezählter Anwuchs auf der Fläche und in der Nähe steht neben der Eignung und geht nicht in die Punkte ein. Eine Zählung ist eine Beobachtung an einem Ort in einem Jahr.

Pflanzenzahl

Wie eng gepflanzt wird, hängt vom Zweck ab. Jedes Pflanzziel bringt eine Platzstufe als Vorgabe mit, und jede Stufe lässt sich bei jedem Ziel wählen.

PlatzstufePlatz je PflanzeVorgabe bei
Wertholzforstlicher Richtwert der ArtWirtschaftswald
Trupps und RottenGruppen zu 20 oder 25 Pflanzen, im Endabstand oder im doppelten EndabstandSchutzwald im Gebirge
Rasch geschlossengeometrisches Mittel aus Richtwert und EndabstandSchutzwald
Endabstandausgewachsene Krone–
Lichter WaldEndabstand und 25 % mehrNaturschutz
Offene LandschaftEndabstand und 60 % mehrNahrung

Der Endabstand ist der Kronendurchmesser der ausgewachsenen Art, wenn ihre Krone die der Nachbarn gerade berührt. Lichtbaumarten bekommen 5 oder 10 % mehr Abstand. Wo das Wasser für eine Art knapp wird, wächst die Fläche je Pflanze bis auf das Doppelte.

Die Richtwerte liegen am unteren Rand der Empfehlungen der Länder für Kulturen zur Holzerzeugung, zum Beispiel 6.000 Pflanzen je Hektar für Eiche, 5.000 für Rotbuche und Waldkiefer, 1.600 für Douglasie und 1.500 für Vogelkirsche. Wertholz und «Rasch geschlossen» pflanzen nie weiter als den Endabstand, Trupps nie dichter als den Richtwert.

Im Trupp stehen 20 Pflanzen 1,2 m auseinander, die Truppmitten im Endabstand. Aus jedem Trupp soll ein Zukunftsbaum werden, und dazwischen wächst Naturverjüngung. Im Gebirge, wo der wärmste Monat unter 13,5 °C bleibt, werden daraus Rotten zu 25 Pflanzen, 0,8 m auseinander. Die Rottenmitten stehen im doppelten Endabstand, damit zwischen den Rotten mindestens eine Kronenbreite frei bleibt.

Die Prozente der Mischung sind Anteile an der Pflanzenzahl. Die Fläche geteilt durch den mittleren Platz je Pflanze ergibt die Zahl. Blühflächen, Feuchtzonen und Kleinstrukturen werden vorher abgezogen, als Vorgabe 7 % der Fläche. Unter Schirm sind es 25 bis 45 % weniger Pflanzen.

Zur Pflanzenzahl kommt eine Reserve für Ausfälle, je nach Wuchskraft des Standorts 10, 15 oder 20 %. Bei Wertholz und in Trupps ist sie halb so groß, mindestens 5 %.

Eine Hecke rechnet die App in laufenden Metern. Länge und Breite ergeben sich aus Fläche und Umfang, und der Heckentyp legt Reihen und Pflanzabstand fest.

Schutz gegen Wild

Geschützt wird nur, was Schutz braucht. Die Rechnung hat drei Schritte.

  1. Die Gefahr auf der Fläche folgt aus den Wildarten und dem Verbissdruck. Am besten schätzt ihn, wer die Naturverjüngung in der Umgebung ansieht. Ohne Angabe schätzt die App ihn aus der Umgebung.
  2. Der Bedarf jeder Art hängt davon ab, wie gern das Wild sie frisst und ob Böcke an ihr fegen. Eine Pflanze, die beim Setzen über die Reichweite des Wildes hinausragt, braucht gegen Verbiss keinen Schutz.
  3. Die Höhe des Schutzes richtet sich nach dem größten Tier, rund 1,2 m für Rehe, 1,8 m für Hirsche und 60 cm für Hasen. Er steht, bis die Endknospe aus der Reichweite gewachsen ist, mindestens 2 und höchstens 15 Jahre. Die Dauer folgt aus dem Jugendwachstum der Art und der Wuchskraft des Standorts.

Aus der Standzeit folgt das Material. Verrottendes Material wird gewählt, wo es lange genug hält, Kunststoff nur, wo nichts anderes reicht. Für Nadelbäume schlägt die App nur frei stehenden oder verrottenden Schutz vor, weil ihre Äste durch Netze und Löcher wachsen.

Einzelschutz und Zaun vergleicht die App im Aufwand für Material, Aufbau, Kontrolle und Abbau. Ein Einzelschutz mit Stab ist eine Einheit. Ein Meter Rehzaun zählt 2,5 Einheiten, ein Meter Hirschzaun 3,5. Der Zaun wird empfohlen, wenn er weniger als 90 % des Einzelschutzes kostet. Über 35° Neigung schlägt die App keinen Zaun vor.

Kunststoff und Biokunststoff müssen eingesammelt werden, denn Biokunststoff baut sich im kühlen Waldboden meist nicht vollständig ab. Holz, Zellulose, Jute, Schafwolle, Bambus und Rutengeflecht bleiben im Wald.

Termine und Pflege

Gepflanzt wird im Herbst, von Mitte Oktober bis Ende November. Auf nassen oder wechselfeuchten Böden und über 1.000 m gilt das Frühjahr. Die Beobachtung ist alle 6 Monate fällig, die Pflege alle 12 Monate. Bei dichter Konkurrenz wie Brombeere wird alle 6 Monate freigeschnitten. Der nächste Termin zählt ab der letzten Erledigung. Das Einsammeln ist am Ende der Standzeit fällig.

Abgleich mit der Tree App

In der Schweiz empfiehlt die Tree App von BAFU und WSL Baumarten nach dem Standortstyp, für das Klima von 1961 bis 1990 und für mäßigen und starken Klimawandel gegen Ende des Jahrhunderts. Sie braucht den Standortstyp, Treemulator dagegen Angaben zum Boden, und Treemulator rechnet bis 2050. Am 12. Oktober 2026 wurden neun Standortstypen verglichen, sechs im Mittelland, einer bei Davos und zwei im Pfynwald im Wallis. Gezählt wurde, wie viele der von der Tree App empfohlenen Arten Treemulator als gut geeignet einstuft.

StandortstypVon der Tree App empfohlenDavon gut geeignet
1 Typischer Hainsimsen-BuchenwaldHängebirke, Hainbuche, Edelkastanie, Rotbuche, Waldkiefer4 von 5
8a Typischer Waldhirsen-BuchenwaldSpitzahorn, Bergahorn, Rotbuche, Esche, Traubeneiche, Stieleiche5 von 6
12a Typischer Bingelkraut-BuchenwaldSpitzahorn, Bergahorn, Rotbuche, Esche, Vogelkirsche, Traubeneiche5 von 6
14 Seggen-Buchenwald mit WeißseggeFeldahorn, Schneeballblättriger Ahorn, Bergahorn, Rotbuche, Esche, Waldkiefer, Traubeneiche, Mehlbeere4 von 8
29 Ulmen-EschenwaldWeißtanne, Spitzahorn, Bergahorn, Esche, Traubenkirsche, Stieleiche, Bergulme5 von 7
44 Seggen-SchwarzerlenbruchSchwarzerle1 von 1
57V Alpenlattich-Fichtenwald mit HeidelbeereFichte, Eberesche2 von 2
65* Hauhechel-FöhrenwaldWaldkiefer, Mehlbeere2 von 2
38S Seifenkraut-FlaumeichenwaldSchneeballblättriger Ahorn, Waldkiefer, Traubeneiche, Flaumeiche, Mehlbeere4 von 5

Die Unterschiede haben vier Gründe.

Der Abgleich hat drei Fehler in Treemulator aufgedeckt, die behoben sind. Waldkiefer, Hängebirke, Zitterpappel und elf weitere heimische Arten fehlten in der warmgemäßigten Zone, und die Waldkiefer verlor im Pfynwald, dem größten Föhrenwald der Schweiz, 30 Punkte. Der Bergahorn galt auf feuchtem Boden als zu nass. Die Fichte bekam auch im subalpinen Fichtenwald den vollen Abzug für Verlierer im Klimawandel. Er gilt jetzt nur noch im warmen Teil ihres Temperaturbereichs.

Ein vierter Befund betrifft die Daten. Für den Pfynwald liefert ERA5 einen Jahresniederschlag von 1.278 mm, die Station Sion der MeteoSchweiz misst rund 600 mm. Ein Lehm käme damit als frisch statt trocken heraus. Die Planung weist auf diese Grenze hin.

Grenzen der Rechnung

Quellen

Daten

Pflanzenzahl und Pflanzform

Baumarten, Waldschutz und Herkunft

Änderungen der Rechnung

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